Malte Hartwieg, dima24, Selfmade Capital, New Capital Invest und Euro Grundinvest

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Malte Hartwieg liefert mit seinen Emissionshäusern Selfmade Capital und New Capital Invest seit Wochen und Monaten Negativ-Schlagzeilen. Inzwischen sind die die ersten Insolvenzanträge eingereicht worden. Anleger bangen um ihr Geld.

Anleger der Fonds von Malte Hartwieg können sich wieder Hoffnung machen. Wie das Handelsblatt am 13. Februrar 2015 berichtet, könnte ein Teil der verschwundenen Anlegergelder in Liechtenstein aufgetaucht sein. Demnach versuchte Hartwieg, das Geld dort zu waschen.

Die Liechtensteiner Geldwäsche-Fahnder wurden demnach auf Hartwieg aufmerksam als er versuchte, 50 Kilogramm Gold zu verkaufen. Es besteht der Verdacht, dass dieses Gold aus den Hartwieg-Fonds, insbesondere den Euro Grundinvest-Fonds, stammen könnte. Über Polen und der Schweiz soll es in Liechtenstein gelandet sein. Noch ist nicht klar, ob es sich dabei um einen Teil der verschwundenen Anlegergelder handeln könnte. Laut Liechtensteiner Gericht bestehe aber hnireichender Verdacht. Daraufhin wurden alle Depots der Hartwieg-Gruppe eingefroren. Insgesamt soll es sich um rund zehn Millionen Euro in Gold und Schweizer Franken handeln.

Malte Hartwieg hatte ein kleines, kaum überschaubares Firmenimperium aufgebaut. Dazu zähen oder zählten z.B. die Emissionshäuser Selfmade Capital, New Capital Invest (NCI), Panthera, Euro Grundinvest oder die Vertriebsplattform dima24. Doch inzwischen kracht es an allen Ecken und Enden. Das Emissionshaus Euro Grundinvest hat Hartwieg verkauft, ebenso die Plattform dima24. Und die Emissionshäuser Selfmade Capital und New Capital Invest kommen aus den negativen Schlagzeilen nicht mehr heraus. Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdacht.

Anleger der Emirates-Fonds von Selfmade Capital und einiger NCI-Fonds warten schon seit Monaten vergeblich auf Ausschüttungen. Ihre Gelder sollten angeblich in undurchsichtigen, dunklen Kanälen versickert sein. Malte Hartwieg blieb nicht untätig. Er forderte die Anleger auf, die Füße stillzuhalten und keine rechtlichen Schritte zu unternehmen, da sonst die Insolvenz der betroffenen Fonds drohen könnte. Und er beauftragte ein Detektivbüro mit der Suche nach den verschwundenen Anlegergeldern. Offenbar glaubten viele Anleger den Worten Hartwiegs und hofften, dass ihr Geld wieder auftaucht.

Doch diese Hoffnung war vergeblich. Inzwischen wurde die Suche – offenbar erfolglos – eingestellt und diverse Insolvenzanträge gestellt. Den Anlegern droht damit der Totalverlust. Bisher wurden am Amtsgericht München Insolvenzanträge für folgende Gesellschaften gestellt:
 

  • Selfmade Capital Holding GmbH
  • New Capital Invest Management GmbH
  • NCI New Capital Invest Oil & Gas USA Asset Management GmbH
  • NCI New Capital Invest Oil & Gas USA 11 GmbH
  • NCI New Capital Invest Oil & Gas USA 16 GmbH
  • NCI New Capital Invest USA 19 GmbH & Co. KG.

Ob noch weitere Insolvenzanträge folgen werden, ist derzeit ungewiss.

 

Pikant ist auch die Rolle der Vertriebsplattform dima24, die bereits mehrfach ihren Namen gewechselt hat. Wie die Emissionshäuser gehörte auch dima24 zu Hartwiegs Firmenimperium. Bis er sie vor einigen Wochen im Zuge eines Management-Buyouts verkauft hat. Ob durch den Verkauf möglichen Schadensersatzforderungen vorgebeugt werden soll, ist reine Spekulation. Dennoch sollten die betroffenen Anleger sich anwaltlichen Rat suchen, um den finanziellen Schaden abzuwenden.

 

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