Audi wegen irreführender Werbung von der Wettbewerbszentrale abgemahnt: 5 Jahre sind 5 Jahre

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Im Bereich der Langlebigkeit von Fahrzeugen können sich die heutigen Autos durchaus etwas von den Oldtimern abschauen. Die Kunden von heute legen allerdings immer noch Wert auf qualitativ hochwertige Wagen. Auch Audi wollte damit Kunden anwerben und versprach bei Gebrauchtwagen eine Garantie bis zum 5. Fahrzeugjahr. Die Wettbewerbszentrale war damit nicht einverstanden und mahnte Audi wegen irreführender Werbung wettbewerbsrechtlich ab.

Dr. Bernd Fleischer

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Dr. Fleischer ist als Partner und als Fachanwalt verantwortlich für den Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes (sog....
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Fünf Jahre Garantie für vier Ringe: Ein Ring gibt doch lebenslange Garantie?

Der Autohersteller hatte Gebrauchtwagen angeboten mit einer ,,Garantie bis zum 5. Fahrzeugjahr''. Durch eine relativ große Ziffer in der Anzeige wurde dies für den Kunden besonders deutlich gemacht und bezog sich auf besonders von Audi überprüfte Gebrauchtfahrzeuge. Nach der Überprüfung der Wettbewerbszentrale wurde festgestellt, dass keines der Gebrauchtwagen die angepriesene Garantie aufwies. Viele Fahrzeuge hatten nur noch eine Laufzeit der Garantie und ein bis drei Jahren. Auch die besonders untersuchten Fahrzeuge hatten im besten Fall einen Zeitraum von 54 Monaten und damit eine Abweichung von 10% verglichen mit der Werbung.

Rechtsanwalt Andreas Ottofülling von der Verbraucherzentrale sah darin einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Für den Kunden seien Angaben für die Garantie des Fahrzeugs ein wichtiges Argument beim Kauf. Audi täusche seine Kunden und würde so frei agierende Mitbewerber benachteiligen. Durch das Verbot würden die Interessen der anderen Wettbewerbsteilnehmer geschützt werden.

Viel Hubraum gegen den ,,unlauteren'' Wettbewerb

Vielversprechende Werbemaßnahmen sind nicht grundsätzlich verboten. Werbetreibende müssen bei ihren Angeboten allerdings auf das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb achten, damit ein fairer Wettbewerb garantiert werden kann. Dazu zählt auch das Verbot von irreführender Werbung. Die Werbeaussage muss mit dem angebotenen Produkt übereinstimmen und Merkmale dürfen nicht übertrieben dargestellt werden.

Für die Ahndung von Wettbewerbsverstößen in Deutschland ist unter anderem die örtliche Wettbewerbszentrale zuständig. Diese können von gesetzes wegen anderen Unternehmen abmahnen und die Unterlassung der verbotenen Werbemaßnahme fordern. Wenn die Unternehmen damit nicht einverstanden sind, können sie sich dagegen gerichtlich wehren. Unternehmen zeigen sich bei Abmahnung der unabhängigen Kontrollinstanz in der Regel allerdings einsichtig und unterlassen den Wettbewerbsverstoß.

Die sprichwörtliche Grube, in die man selbst hineinfällt

Unternehmen sollten daher irreführende Werbung im Wettbewerbsrecht vermeiden. Ansonsten könnte es zu kostspieligen Abmahnungen von Wettbewerbshütern oder Konkurrenten kommen. Damit wird mittelbar auch dem Ruf des Unternehmens geschadet. Wollen Unternehmen erfolgreich agieren, so sind solide Kenntnisse des Wettbewerbsrechts unerlässlich.

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